Da liegt sie nun vor uns...
die Lebensgeschichte des Johannes Friedrich Wilhelm Harun-el-Raschid Hintersatz Bey.

Zumindest das was ich aus den vorliegenden Dokumenten rekonstruieren konnte.
Für den einen mag es zuviel des Guten sein, was auf den vorangegangenen Seiten dargelegt wurde. Ein anderer bedauert vielleicht, daß nicht noch weitere Anekdoten aus dem Leben des "berühmten" Senftenbergers Wilhelm Hintersatz ans Tageslicht kamen. Und daß ich mit dem potentiellen Interesse an seiner Geschichte im Prolog wohl doch nicht so falsch gelegen habe, beweisen die Besucherzahlen der Seite, die nach dem Lancieren der Webpage im Oktober 2020 mit Stand heute eine beeindruckende Höhe von 91158 Zugriffen erreicht hat.
Eine Zahl, mit der ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe und deren Herkunft ich mir immer noch nicht so recht erklären kann. Es mag sein, daß einige Leute bei der Suche nach dem "echten" Harun-al-Raschid, dem märchenhaften Kalifen von Bagdad, hier landeten, doch aufgrund der unterschiedlichen Schreibweise dürfte die Menge eigentlich vernachlässigbar sein.

Ist das nun das letzte Wort zur Senftenberger Familie Hintersatz im Allgemeinen und Harun-el-Raschid Bey im Besonderen?

Ich glaube schon. Es mag sein, daß zukünftig noch das eine oder andere zum Vorschein kommt und ich verspreche: sobald mich davon etwas erreicht, arbeite ich es schnellstmöglich ein. Bis dahin ist das Projekt, welches mich knapp 6 Monate lang intensiv beschäftigte, abgeschlossen.

Ich hoffe, innerhalb meiner Recherchen keine groben Fehler gemacht zu haben, denn nicht alles konnte haarklein durch Dokumente belegt werden und manches basiert zuweilen auf Mutmaßungen. Ich denke jedoch, daß man die Stellen, an denen eine gewisse Unsicherheit besteht auch als solche erkennen kann. Gleichzeitig hoffe ich, daß ich mit meiner Ausarbeitung eine Reihe von Fehlern und Ungenauigkeiten, die bislang in der öffentlichen Darstellung kursierten, widerlegen bzw. klarstellen konnte. In jedem Fall dürfte die nunmehr vorliegende Lebensgeschichte ein weitaus vielschichtigeres Bild auf die Person Harun-el-Raschid Bey und sein Wirken an den verschiedensten Fronten, und damit sind beileibe nicht nur die militärischen gemeint, werfen als dies die vielleicht erste wissenschaftliche Beschäftigung mit ihm damals leistete...

Der obige kurze Aufsatz erschien 1970 in der "Zeitschrift für Geschichtswissenschaft", einem Periodikum der DDR-Geschichtsforschung. Ich bin ganz gewiss kein Historiker und somit kein Kollege des Autors. Und doch könnte ich mir vorstellen, daß dem anerkannten DDR-Historiker Burchard Brentjes, würde er heute noch leben, diese Arbeit nunmehr peinlich wäre.
Dabei sind die falsche Schreibweise des Namens und die österreichische Abstammung nur die offensichtlichsten Fehler. Bei Vorliegen derselben Dokumente wie sie auch mir zur Verfügung standen, sind diese eigentlich unverzeihlich. Oder wurden sie vorsätzlich gemacht?

Möglicherweise ist die kurze Abhandlung sogar der Ursprung diverser Fehler, die später von Folgegenerationen an (Hobby-)historikern immer wieder abgeschrieben wurden.
Daß damit nun ein für alle Male Schluß sein soll, dafür habe ich hoffentlich die Basis gelegt. Ob mir das gelungen ist, wird die Zukunft zeigen.

Leider bleiben trotz der Fülle an nun aufgetauchtem Material eine Reihe von Fragen offen. Dies betrifft bestimmte Zeitabschnitte im Leben Wilhelms und auch in denen seiner nächsten Familienangehörigen. Die Frage, ob er tatsächlich ein echter Muslim war, vermag ich auch heute noch nicht mit Bestimmheit und gutem Gewissen beantworten. Es spricht zumindest einiges dagegen.
Zu gern würde ich auch seinen Radiovortrag aus dem Jahre 1931 einmal hören, um einen Eindruck von seiner Stimme zu erhalten. Dies wird aber wohl ein Wunsch bleiben, da davon auszugehen ist, daß damals nicht alles was für den Äther produziert dann auch noch konserviert wurde. Einen Versuch könnte man dennoch starten!

Mir jedenfalls hat die Beschäftigung mit diesem Thema unheimlich viel Spaß gemacht und auch eine Menge Erfolgserlebnisse beschert. Deshalb möchte ich die damit verbundene Arbeit und Zeit auch nicht missen. Dümmer geworden bin ich dadurch mit Sicherheit nicht.

Und wenn der Leser genauso viel Gefallen am Inhalt und der Darstellungsweise fand und findet, dann habe ich viel erreicht.

Matthias Gleisner
(Dezember 2020)

In memoriam

Johannes Robert Hintersatz (* 17.02.1888 - † 11.03.1893)

Friedrich Wilhelm Hintersatz (* 19.01.1855 - † 23.08.1937)

Johanna Louise Hintersatz, geb. Oertel (* 05.09.1857 - † 21.09.1940)

Johannes Robert Wilhelm Harun-el-Raschid Hintersatz Bey (* 26.05.1886 - † 29.03.1963)

Louise Johanna Vogel, geb. Hintersatz (* 13.11.1898 - † 29.05.1976)

Ildar Wilfried Harun-el-Raschid Bey (* 11.03.1936 - † 04.04.1993)

Milly Martha Luise Käthe Harun-el-Raschid Bey, geb. Lindener (* 25.09.1912 - † 06.04.1997)